InhaltDie Sache mit der Selbstverteidigung Tanden - das Zentrum des Körpers Irimi, tenkan - nach innen, nach außen Omote, ura - Vorderseite, Rückseite Ki nagare - fließendes Training Zanshin - der ausgestreckte Geist Keiko - trainieren, trainieren, trainieren Takemusu - grenzenlose Improvisation Kototama - die Seele der Wörter
AIKIDO - die friedliche Kampfkunst Stefan Stenudd Übersetzung: Sabine Neumann © Stefan Stenudd 2006 Arriba Verlag, Box 6001, 200 11 Malmö www.arriba.se The whole book as PDF (4MB): The whole book as EBOOK (260KB): eBook Thanks to Norbert Lender Stefan Stenudd's website in English: stenudd.COM Aikido Aikibatto sword exercises Myth Greek Philosophers Aristotle and his Poetics Taoist source Qi - life energy Fiction by Stenudd Art by Stenudd Astrology and horoscopes |
Weiblicher Vorteil![]() Mutsuko Minegishi. Foto: Magnus Hartman. Wenn der Sprachgebrauch es von mir erforderte, eine Geschlechtsbezeichnung anzugeben, habe ich konsequent das Maskulinum verwendet - "er", "ihm" und so weiter. Das bedeutet nicht, dass Aikido ausschließlich etwas für Männer ist oder ihnen näher liegt - überhaupt nicht. Das ist nur eine Vereinfachung, damit ich eine umständliche Schreibweise wie "er oder sie", "ihm oder ihr" vermeide. Aikido macht keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern - überhaupt keinen. Schon in ersten Jahren des 20. Jahrhunderts hatte Morihei Ueshiba mehrere weibliche Schüler, die unter gleichen Bedingungen wie die Männer und mit diesen trainierten und die ebenso imponierende Fertigkeiten erlangten. So ist das fortwährend. Beide Geschlechter trainieren uneingeschränkt miteinander und entwickeln ihre Fertigkeiten nach persönlichen Voraussetzungen, die nicht das geringste mit der geschlechtlichen Zugehörigkeit zu tun haben. Allerdings, wenn man verallgemeinern muss, so kann
man vorsichtig sagen, dass eines der beiden Geschlechter einen
gewissen Vorteil, einen gewissen Vorsprung hat: die Frauen. Das
beruht auf der Natur des Aikido. Jungen und Männer haben die
Gewohnheit, ihre Muskeln anzuspannen und sich mit
Siegergelüsten und Trotz in den Kampf zu werfen. Das ist fern vom Ideal
des Aikido. Frauen tendieren generell eher dazu, den weicheren
Weg auszuprobieren, Nachgiebigkeit anstelle von Sturheit zu
zeigen und lieber zu folgen als zu leiten. Das ist ein besserer
Keimboden für hochstehendes Aikido. Obwohl sowohl in Japan als auch in Schweden Aikido von mehr Männern als Frauen ausgeübt wird, kann man oft diesen weiblichen Vorsprung in der Ausführung und Entwicklung sehen. Frauen haben selten das selbe Bedürfnis nach Selbstbehauptung, von dem Männer allzuoft beherrscht werden, und sie finden auf diese Weise den schnelleren Weg zu einem Aikido, das durchwirkt ist von Sanftheit, Generosität und Wohlwollen. Das ist ein strahlender Vorzug. Leider machen gewöhnlich dieselben Eigenschaften Frauen unwilliger als Männer, sich vor eine Gruppe zu stellen und zu unterrichten, so dass es von den Männern eine enorme Anstrengung erfordert, zu dieser zentralen Lehre zu gelangen und sie sich anzueignen. Um der Harmonie und des Gleichgewichts willen ist es wichtig, hellhörig für das Weibliche zu sein - in sich selbst, welchen Geschlechts man auch ist, und um sich herum.
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